Die Sensation ist gelungen!
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Nicht nur das wir in dieser Saison mit dem Einzug im Halbfinale des SFB-Pokals den größten Pokalerfolg des Vereins in seiner Geschichte feiern konnten, nein nebenbei hat der FV Winterthur es noch geschafft die Klasse der Nationalliga zu halten und dies als mit Abstand schwächster Aufsteiger.
Die Saison begannen wir mit einer DS11 von nur 5,89. Damit wären wir jetzt in der zweiten Liga nur die viertstärkste Mannschaft und müssten um den Aufstieg zittern.
Wohlen und St. Gallen waren klar stärker und wenn wir ernsthaft den Klassenerhalt schaffen wollten, so mussten wir auch noch einen weiteren Verein, neben den beiden Mitaufsteigern, hinter uns lassen. Und die hatten alle eine D11 von über 7.
Der Klassenerhalt schien unrealistisch.
Doch wie haben wir es geschafft?
Einen riesen Anteil am Klassenerhalt haben unsere Leihspieler. Wir forderten konsequent Leihspieler mit einer Stärke von 7+. Gar nicht so leicht, wenn man gerade erst aufgestiegen ist, kaum Chancen auf einen Klassenerhalt hat und der Markt sich quasi um solche Spieler streitet.
Der erste eingetütete Transfer dieser Art war mit
LIB Zoran Jovanovski (22), 7.3 vom Schweizer Meister FV Luzern. Es war auch der erste und einzige, welcher noch zu Zweitligazeiten fixiert wurde.
Und bereits am ersten Spieltag zeigte Zoran wie wertvoll ist. In der 87. Spielminute gelang ihm der Siegtreffer gegen Mitaufsteiger FV Wohlen. Leider verletzte er sich nach dem vierten Spieltag schwer.
Durch einen Syndesmoseriss fiel er die maximale Verletzungsdauer von 126 Tagen aus. Ein Schlag ins Gesicht für Mission Klassenerhalt und vor allem für die Entwicklung des Spielers im Winter.
Die Suche war schwer und kräftezerrend
Sobald der Aufstieg feststand, war die Suche nach Leihspielern im Gange. Aber nur Zoran war der einzige Transfer, welcher vor Saisonbeginn feststand. Eine frustrierende und kräftezerrende Suche begann. Man sah Manager Gregor Jäger wochenlang nur im Büro am Telefon. Alle großen Vereine Europas wurden kontaktiert.
Erst am 13.07.2024 war der zweite Leihspielervertrag fix.
TW Jalo Hatt (21), 7.2 kam und sollte den erfahrenen, aber für die erste Liga zu schwachen
TW Mirko Ehrat (33), 6.6 ersetzen.
Dann ging es im Wochenrhythmus weiter.
Am 20.07.2024 stieß
ZM Nikos Hergert (22), 7.4 zum FV Winterthur. Wir erhofften uns von ihm eine Belebung der Offensive. Durch seine Übersicht sollte er den Sturm tödliche Pässe zuspielen.
Systembedingt wurde Nikos aber überwiegend defensiv eingesetzt. Oft musste er sogar Mittelfeldspieler manndecken. Das hinterließ Spuren in seiner offensiven Bilanz. Null Tore und nur ein Torschuss.
Trotzdem war Nikos eine Hilfe. Er unterbat einige Offensivaktionen des Gegners und hielt später Räume für Offensivaktionen für
ZM Luciano Ametxazurra (33), 5.9 frei.
Aber einen Leihspieler müssen wir hier noch erwähnen, bevor es zur Winterpause geht.
MD Knut Pieper (26), 8.3.
Und hier braucht es einen besonderen Dank an Manager Sven Cunningham vom FV Mondercange.
Wieso? Da zitiere ich gerne Sven mal nach Fixierung der Leihe selbst:
"Viele Glück und Erfolg mit Pieper.
Es waren mehr als 10 Leihanfragen für Pieper, aber wenn ich Dir die Zusage gegeben habe,
dann halte ich mein Wort."
An Mann mit Integrität und des Wortes. Solch eine Risikozusage einzuhalten, in dieser schnelllebigen Zeit, in welcher jeder oft nur an seinen eigenen Vorteil denkt, gebührt großen Applaus. Zum Zeitpunkt der Zusage war der FV Winterthur immer noch klarer Abstiegskandidat Nr. 1. Es bestand also die Gefahr von Zweitliga AAW im Sommer.
Hut ab und vielen Dank Sven! ![]()
Knut war in dieser Saison nicht nur wegen seinen defensiven Fertigkeiten eine große Hilfe beim Abstiegskampf, er war es auch, welcher den letzten Elfmeter im Viertelfinalspiel des SFB-Pokals gegen Young Boys Bern versenkte und somit den größten Vereinserfolg im Pokal besiegelte.
Knut hat also für den FV Winterthur Geschichte geschrieben und sich somit in zukünftigen Vereinsbüchern verewigt!
Aber das reichte nicht
Vier Leihspieler eingetütet, alle mit Stärke 7+. Läuft doch, oder? Leider nicht.
Erstens gab es nach der Leihe von Knut, also ab dem 27.07.24, eine Flaute. Es wurden weiterhin Leihpartner gesucht, aber keine gefunden. Die Saison tröpfelte sich dahin, die Winterpause kam und es blieb bei 4 Leihspieler. Mit nur 8 Punkten in der gesamten Hinrunde, zeigte sich auch, warum wir als klarer Abstiegskandidat gehandelt wurden.
Es mussten Veränderungen her, zumal die Winter AAW mäßige Ergebnisse mit sich brachte.
Als erstes ging es ins Trainingslager. Die Kondition musste verbessert werden. Da dies das erste Trainingslager von Gregor Jäger in den Anden war, hatte man die Wirkung dieses auch stark unterschätzt. Die Spieler ächzten und stöhnten aufgrund der täglichen Konditionseinheiten. Gegen Ende schaute man sich das Trainingsprogramm von Felix Magath an und ein Spieler witzelte: "Winterthurer Aufwärmtraining".
Mit
LV RV Kjell Thore Kirilov (21), 7.1 kam am 06.01.2025 endlich der lang ersehnte fünfte Leihspieler.
Und auch Kjell lebte sich sofort bei uns gut ein. Mit guten 50% gewonnen offensiven Zweikämpfen und einem Tor in der Rückrunde, war er eine klare Belebung unserer Offensivaktionen.
Wie sehr die Offensive ein Garant für den Klassenerhalt in der Rückrunde war, zeigt ein Blick in die Statistik. Mit 23 Toren, gegenüber nur 9 Toren in der Vorrunde, lagen wir auf Augenhöhe mit den 26 Toren des FV Basel für die Rückrunde, welcher am Ende dritter in der Saison wurde.
Die letzte große Anstrengung
Jedoch schien auch das nicht genug.
Nach dem 26. Spieltag der Liga standen wir auf einem Abstiegsplatz mit 2 Punkten Rückstand zu Platz 15.Es ging nicht anders, Nottransfers mussten her. Erfahrene Spieler, die mit Ruhe und Übersicht die Jungspunde anleiten sollten.
So kam am 24.03.2025
ST Holger Bornemann (32), 7.3 zu uns. Mit seinem starken Linksfuß und seinem Torriecher, sollte er nicht nur
ST Alexandre Bearth (29), 7.4 entlasten, sondern das eine oder andere Tor mehr ausmachen.
Anfangs gelang ihm das nicht. Die Gegner waren zu schwer. Gegen Delémont und Biel-Bienne gab es nur Niederlagen bei einem eigenen Tor. Der nächste Nottransfer musste her.
LM RM Landry Tancoigné (32), 7.0 kam am 23.04.2025 und hatte den Auftrag unsere Ecken und Flanken bei Freistößen gefährlicher zu machen. Es war jetzt sowieso ein Alles oder Nichts, denn das Geld war alle und der alles entscheidende 29. Spieltag stand an. FV Chiasso gegen FV Winterthur. Tabellenplatz 15 gegen Tabellenplatz 16. Bei einem Unentschieden oder Niederlage wäre es das Aus gewesen.
10 Punkte in den letzten 6 Spielen!
Und in genau diesem Spiel platzte der Knoten. Da es eh hieß "Jetzt oder Nie", wurde Offensiv gespielt. Die Mannschaft wusste wie die Lage ist, denn einen Tag zuvor gab es eine Krisensitzung.
Und die Spieler waren heiß. Ein Feuerwerk an Offensivaktionen war zu sehen. Man ging durch ein schönes Freistoßtor von
ZM Luciano Ametxazurra (33), 5.9 zur Habzeitpause in Führung. Trotz einer Gelb-Roten Karte vom Kapitän
RV Arnold Wippel (30), 5.9 gab sich das Team nicht auf und schoss zwei weitere Tore zu einer sicheren 3:0 Führung. Zwar liesen die Kräfte mit dem Verlauf des Spiels immer weiter nach, so dass es am Ende "nur" 3:2 stand, aber der Knoten war geplatzt. Es folgte eine sensationelle Aufholjagd, bei der überraschenderweise nicht der FV Chiasso abstieg, sondern der zu diesem Zeitpunkt noch fünf Punkte entfernte, eigentlich schon sichere Konkurrent auf Platz 14.
Die letzten Spiele waren ein Feuerwerk des Willens. Zwar verlor man in der anschließenden Partie gegen Sirvette Geneve mit 4:0 ziemlich hoch, jedoch war der Wille des Teams nicht mehr zu brechen.
Am 31. Spieltag zeigte man mit einem souveränen 5:1 Sieg gegen St. Gallen, dass das Team sich nicht abgeschrieben hat und der Mitabstiegskonkurrent nun nicht mehr auf Augenhöhe ist.
Es folgte ein starkes 2:2 Unentschieden gegen Young Boys aus Bern. Das Unentschieden gegen sie im Viertelfinale war also kein Ausrutscher. Eigentlich war man sogar besser und hätte die Partei gewinnen müssen. Erst in der 82. Minute schafften die Berner den Ausgleich.
Gegen Xemax am 33. Spieltag waren keine Punkte zu holen. Ein leider viel zu hohes 4:0 des späteren Vizemeisters, schlug auf die Moral des Teams. Klappt es doch nicht? Haben wir überhaupt noch eine Chance? So manch einer resignierte aufgrund der hohen Niederlage.
Ein Familientag am darauffolgenden Montag konnte die Jungs nicht wirklich motivieren. Da es beim letzten Spieltag gegen Juventus Zürich entweder was zu Feiern gab, oder man ein Frustbier brauchte, veranstaltete Manager Gregor Jäger den Saufabend halt einen Tag vor das Spiel.
Und das war der zündende Funke, welcher den Fußballgeist in jedem Spieler weckte.
Alle waren Fit, alle waren bis auf die Zehenspitzen motiviert, was in die höchste Einsatzstärke der Saison resultierte. Wie eine Meute Jagdhunde, welche kurz vor dem Beginn der Jagd an den Leinen zerrt, wartete man auf den Anpfiff des Spiels. Man rechnete gar mit einem klaren Sieg gegen Juventus. Aber diese wussten sich zu wehren.
Das Spiel war ausgeglichener und spannender als man es erhoffte. Juventus Zürich wollte die schwache Saison versöhnlich ausklingen und war bissig und spielfreudig.
Letztlich war es symbolisch ein Torwartfehler vom Züricher Torwart
TW Alex Garzoli (24), 7.6 der einen Schuss vom Torschützenkönig des FV Winterthur
ST Alexandre Bearth (29), 7.4 in der 52. Minute durch die Hände rutschen ließ und damit das Spiel und den Abstieg für Juventus Zürich besiegelte, denn überraschenderweise gewann parallel der FV Chiasso gegen FV Thun mit 1:0.
Und mit diesem letzten Spiel der Saison 24/25 kann der FV Winterthur sagen:
Die Sensation ist gelungen!